Essen
- brigittekoehnlein1
- 24. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

In unserer Nähe gibt es ein gutes italienisches Restaurant, unser Stammlokal: Schöner Garten, 1a Zucchini-Risotto, Caprese mit selbstgemachtem Mozzarella und einer tropentauglichen und interessanten Variante von Basilikum. Sogar die Grissinini sind fatti alla casa, die Ravioli sowieso. Opernarien und Italo-Pop als Begleitmusik, und natürlich heißt der Laden: Bella Napoli.
Das wollen die LeserInnen eines Tansania-Blogs vielleicht gar nicht wissen. Ich erwähne es, um gleich zu outen, dass man hier in Masaki mit der Küche des Landes nur eingeschränkt in Berührung kommt. Ein einziges authentisches Restaurant kennen wir, das ist ein Garten mit Grill, von dem gute Fleisch- und Fischspieße kommen und die stets beliebten großen ganzen Fische, mariniert und recht trocken durchgegart, etwas mühsam zu sezieren, aber stets wohlschmeckend. Als Beilagen „Chipsi“ also Pommes, die mit den belgischen, an die wir uns gewöhnt hatten, nicht ganz mithalten, oder Reis oder das traditionelle Grundnahrungsmittel Ugali, ein sehr fester Maisbrei (manchmal auch aus Cassava, dann schmeckt er etwas gröber und kräftiger). Besteck gibt es hier nur auf besonderen Wunsch, und natürlich Serengeti-Bier. Aber Vorsicht: Dass es kalt sein soll, ist nicht selbstverständlich, sondern muss dazugesagt werden: some like it warm, was uns gerade in der Tropenhitze wundert.
Ansonsten beziehe ich meine Erfahrungen mit tansanischem Essen von den stets reichhaltigen warmen Buffets im Arbeitszusammenhang. Bei seriösen workshops sind täglich drei davon anzubieten zwischen 10 und 16 Uhr. Das erste nennt sich „tea“ und enthält auch einige Arten von leckerem, leicht gesüßten Fettgebäck, teils reisbasiert. Ansonsten scheinen mir die Unterschiede zwischen den vielen Mahlzeiten gering zu sein. Immer gibt es Reis und viel Beef und Chicken, vielleicht auch mal Ziege. Speziell das Rindfleisch kann unglaublich zäh sein, doch zum Glück bin ich ja Tendenzvegetarier und halte mich meistens ans Gemüse. Auch da ist das Spektrum schmal: Erbsen oder Bohnen in Soße sowie Spinat, der auch durch andere grüne Blätter ersetzt werden kann. Das Erstaunliche daran ist, dass es eigentlich immer schmeckt. Ein Tellerchen Reis mit Gemüse macht mich meist glücklicher als das, was in D-Land im Durchschnitt aufgetischt wird bei solchen Gelegenheiten. Allerdings mache ich mich im Umgang mit dem Buffet vermutlich unmöglich. Erstmal ein bisschen probieren, dann vielleicht ein kleiner Nachschlag, und vielleicht am Ende sogar noch etwas liegen lassen: alles zutiefst unafrikanisch. Man lädt sich einen großen Teller ordentlich voll (aber nicht übervoll wie die Chinesen beim Hotelfrühstück) und isst ihn dann in aller Ruhe vollständig leer. So gehört sich das.
Und dann gibt es noch die Sachen, aus denen wir zuhause unser Essen zubereiten. In der Regel kommen sie aus dem Supermarkt, da es in unserer Gegend viel weniger Kleinanbieter gibt als überall sonst. Kurz gesagt gilt trotzdem auch hier für die Frischprodukte im Allgemeinen: Wenig Auswahl, hohe Qualität. Speziell die inländischen Produkte erinnern an das, was man aus den frühen Bioläden kennt: Grob, ungleichmäßig und unansehnlich, man kann auch sagen: authentisch. Die dicken Gurken für den Salat haben ungewohnt große Kerne, aber dafür auch mehr Biss und Geschmack als ein ganzes niederländisches Neon-Treibhaus. Auch die Tomaten sind nicht schlecht hinter ihrer dicken und fleckigen Schale, die Erbsen muss man ewig kochen, aber es lohnt sich. Der Spinat und seine Verwandten sind meist sehr gut, nur den sogenannten chinese spinach sollte man meiden. Das einzig stets verfügbare Bio-Produkt sind Eier – die komischerweise auch besser schmecken als die vom Isemarkt, von denen eines soviel kostet wie hier das ganze Paket. Kaum erwähnen muss man wohl, dass die tropischen Früchte ein schlagender Standortfaktor sind. Wenn der Frühstücksjoghurt (ihr wisst schon, wie die Marke heißt) z.B. mit frischer Mango, den unschlagbaren afrikanischen Minibananen und 2 Löffelchen Passionsfrucht auf den Tisch kommt und der Duft der letzteren die ganz Wohnküche erfüllt – dann kann der Tag schon kein ganz verlorener mehr werden. (HW)




Hmmm Ich glaube ich wähle Reis mit Spinat und zum Nachtisch Joghurt mit tropischen Früchten