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.... und ich

  • 14. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Wenige Tage vor der Ausreise kann die Katze den Sack verlassen: I do not really like the place. Die Gründe sind vielfältig und gehören hier nicht hin – stattdessen will auch ich ein paar Dinge aufzählen, die ich nichtsdestoweniger vermissen werde. Dabei versuche ich Überschneidungen zu vermeiden, obwohl auch ich die lokalen Mangos, die Bananen und die Flughunde liebe (letztere nicht zum Verzehr!). Hier die Liste:


Erstens die Geckos, ob winzig oder ziemlich groß, ob im Haus oder im Freien: eine Freude ist mir jeder von ihnen.


Zweitens die Ehrfurcht gebietenden Bäume (auch in der Stadt) – und dass überall Palmen stehen.


Drittens Airtel Money, eine praktische virtuelle Geldbörse im Telefon, für die man weder Konto noch Karte braucht. Das erspart manchmal Bündel von Banknoten in den Hosentaschen: der größte Schein, der Zehntausender, ist gerade mal 3 Euro wert. Zum System gehören auch die Wakala Stationen, bei denen man Bargeld in Telefongeld umwandelt. Ob es sich um einen engen Verschlag mit Gitterfenster handelt oder bloß um eine kleine Holzkiste plus Sonnenschirm am Straßenrand, es sind zuverlässig solide Einrichtungen.


Viertens das Leben ohne Socken, Unterhemden und ähnliche lästige Dinge. Und dass die Luft zwar immer schmutzig und oft kaum zum Atmen geeignet ist, aber immer so weich und sanft;


Fünftens eine Runde Freiluftschwimmen vor dem Frühstück, und die Bahn ist immer frei.


Sechstens das Drehrestaurant über den Dächern der Innenstadt,


Siebtens die Fundis, die alles schnell, pragmatisch, preiswert reparieren, völlig frei von Perfektionsanspruch (und überhaupt die Improvisationskultur),


Achtens eine etwas klumpige Art von Dickmilch, erfrischend und selbst hier gut haltbar, die zudem den schönen Namen Mtindi trägt,


Neuntens die Duftblüten des Frangipani Baums und die strahlenden Bougainvilleas in jedem Garten (und sogar auf dem Dach des Garbage House, das besser nicht gleich unter unserem Wohnzimmerfenster stünde),


Zehntens entzückende Kleinkinder, die entzückende Kleinstkinder auf dem Rücken tragen.


Elftens der nächtliche Ruf des Water Thickknees, eines auch sonst sehr merkwürdigen Vogels (etwa wie ein Rebhuhn mit stark verlängerten Beinen und Hals?) Nach laut geschmettertem Anfang eine abfallende Tonfolge, die zugleich langsamer und leiser wird: ein herzergreifender Jingle.


Zwölftens die zähen hageren Alten, weiblich und männlich, die keine Rente und zu viel zu tun haben und trotzdem nicht so aussehen, als würden sie sich jemals unterkriegen lassen.


Dreizehntens der weit tragende Sound, mit dem die ambulanten Zigarettenhändler auf sich aufmerksam machen. Erzeugt aus 2 Keramikscherben, die man in einer Hand klappern lässt (früher, als sie noch etwas wert waren, wurden Münzen benutzt).


Vierzehntens die bunten Plastikstühle, oft ausgeblichen, abgeschabt, beschädigt oder gar beinamputiert, die in allen erdenklichen Kontexten überall herumstehen. (HW)

 
 
 

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