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Langweiliger Text über das Wetter

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Wir müssen über das Wetter reden.


Ich gebe zu, es ist weder besonders originell noch überraschend, wie das Wetter in den Tropen so ist: heiß und feucht. Aber das alltäglich Leben wird dadurch sehr stark bestimmt. Wie stark, das hat mich doch erstaunt.


Als ich im August hierherzog war es Winter, trocken, aber tagsüber sehr heiß und die Sonne so intensiv, dass man sich ihr besser nicht ohne Hut aussetzte. Aber der Wind vom Meer machte das erträglich, die Luft schien eher frisch und nachts kühlte es ab auf unter 25 Grad. (Das mit der frischen Luft täuscht allerdings, wie man an der erstaunlichen Menge an schwarzem Ruß erkennen muss, der sich in den Moskitogittern vor den Fenstern verfängt und die Deckenventilatoren mit schwarzen Krusten überzieht.) Zu Fuß in der Sonne schaffe ich bei dem Wetter ohne nachhaltige Auswirkungen - sagen wir mal - einen Kilometer, 20 Minuten auf dem Fahrrad gehen auch ohne Probleme. Eine Tour am autofreien Samstag Morgen allerdings (die dauert 1 ½ Stunden und führt über eine große Brücke, hat also auch ansteigende Passagen) darf unter diesen Bedingungen nicht später als sechs Uhr beginnen, um ohne hochroten Kopf abzugehen. Aktivitäten im Freien sind stets anstrengend und erfordern – zumindest von der älteren Dame europäischer Herkunft - eine gewisse Überwindung. Das gilt besonders für Einkauftouren in der stickigen Innenstadt und noch mehr für das enge und volle Kariakoo. Aber am Abend in einem Restaurantgarten oder auf der Kollektivterasse unseres Apartmenthauses, versehen mit einem kühlen Serengeti Lager, da kam es einem manchmal doch ganz angenehm vor.


Jetzt allerdings ist der Sommer da und die Regenzeit. Es ist tagsüber noch nicht einmal wärmer, aber viel feuchter und drückender und nachts kühlt es nur noch sehr wenig ab. Bei jeder Bewegung bricht einer der Schweiß aus, oft auch ganz ohne Bewegung. Morgens fühle ich mich, als ob ich die Nacht unter einer bleischweren Decke verbracht hätte. (Alternativ lässt man sich von einer lärmenden Klimaanlage dauerbepusten …). Oft ziehen sich stunden-, manchmal auch tagelang graue bis blauschwarze Wolken zusammen, die sich nach unklaren Kriterien in einem heftigen Regen entladen – oder eben auch nicht. Man wünscht sich das herbei in der irrigen Annahme, dass dann mit einer Abkühlung zu rechnen ist. Wenn dann allerdings die Sonne durchkommt und die entstandenen Pfützen und Seen – einer davon regelmäßig in unserer Einfahrt - verdampft, dann wird es eher noch doller…. Wie hatte Hugo eine potentielle Vermieterin zitiert: „The weather in Dar es Salaam is disgusting.“ Kein Wunder, dass wohlhabende Menschen hier stets in klimatisierten Riesenkutschen herumfahren und sich möglichst der Außenwelt gar nicht aussetzen.


Glaubt es oder nicht: Ich ziehe nasskaltes, norddeutsches Matschwetter deutlich vor. (BK)

 
 
 

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